Neurodermitis und Ernährung

Wenn du das Gefühl hast, dass deinem Kind nichts mehr hilft, ggf. noch nicht mal Cortison zufriedenstellend anschlägt, dann lass fachmännisch abklären, ob die Ernährung deines Kindes eine Rolle spielt.

Ein gute Freundin sagte neulich zu mir: "Schreib doch mal was über Ernährung! Ich glaube die wenigsten wissen, was das mit Neurodermitis zu tun hat."

Das war eine super Idee von ihr, die ich jetzt gern in diesem Beitrag aufgreifen möchte. 

Meine Freundin ist übrigens selbst Mama eines kleinen Jungen mit Neurodermitis. Schwere Zeiten liegen hinter den beiden. Keine Creme half, der Kleine kratzte sich ständig und die Neurodermitis hatte sich bereits über den gesamten Körper ausgebreitet. Eine fachkundige Beratung konnte schließlich ans Licht bringen, was dem kleinen Körper keine Ruhe lies.
Inzwischen geht es ihm viel besser, der Juckreiz ist verschwunden und seine Haut kaum wieder zu erkennen.

Möchtest du wissen, was der Schlüssel war? Dann lies hier weiter!

Wie hängen Neurodermitis und die Ernährung zusammen?

Neurodermitis wird von verschiedenen Faktoren getriggert. Die Ernährung spielt bei ungefähr einem Drittel der betroffenen Kinder eine Rolle und ist umso wahrscheinlicher relevant, je schwerer die Krankheit ausgeprägt ist. 

Im Säuglings- und Kindesalter erfolgen die häufigsten Reaktionen auf Hühnerei, Kuhmilch, Erdnuss, Soja, Weizen, Nüsse und Fisch.
 

Und nun kommt auch die Auflösung des Rätsels von gerade eben: Das Kind meiner Freundin reagiert auf Kuhmilch.


Muss ich jetzt dein Speiseplan meines Kindes einschränken?

Nein. Ziehe die Ernährung als Auslöser dann in Betracht, wenn die Neurodermitis stark ausgeprägt ist und andere Therapieansätze keine spürbare Wirkung zeigen.

Grundsätzlich ist für jedes Kind eine ausgewogene und vielseitige Ernährung wichtig, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Ein pauschales Weglassen bestimmter Lebensmittel kann da zu Mangelzuständen bei deinem Kind führen.

Ein paar Grundregeln gibt es für Neurodermitiker aber schon zu beherzigen:

  • wenig Säure (z. B. Zitrusfrüchte)
  • wenig Zucker
  • Fleisch- und Wurstwaren in Maßen und in guter Qualität


Andernfalls können die Entzündungsprozesse im Körper weiter angeheizt werden.

Hat mein Kind eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind auf Nahrungsmittel reagiert, kann ein Arzt mögliche allergische Reaktionen an Hand eine Blutuntersuchung abklären und ggf. weitere Schritte mit dir besprechen.

Allerdings sind nicht alle Reaktionen auf Lebensmittel im Blut sichtbar. Es gibt sogenannte Pseudoallergien, Intoleranzen und Unverträglichkeitsreaktionen, die anders als eine Lebensmittelallergie nicht über eine Antikörperreaktion im Blut nachweisen lassen. Hierzu gehören z. B. Reaktionen auf Lebensmittelzusatzstoffe, wie Farb- oder Konservierungsstoffe, aber auch auf natürliche Bestandteile von Lebensmitteln, wie z. B. Laktose, Lektin, Histamin oder Phytinsäure.

Um auch solchen Ursachen auf die Spur zu kommen, kannst du ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch führen. Im Netz findest du viele frei verfügbar Vorlagen hierfür. Darin schreibst du auf, was dein Kind gegessen hat und wie sich Juckreiz, Hautzustand und andere Symptome entwickeln. Dadurch wird es möglich, Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel zu erkennen.

Dabei solltest du dich dabei auf jeden Fall von einer fachkundigen Person, wie z. B. einem Ernährungstherapeuten begleiten lassen. Es gibt viel zu beachten, um gesicherte Rückschlüsse aus einem Ernährungsprotokoll ziehen zu können. Die Gefahr ist sonst groß, den Speiseplan des Kindes vorschnell und unnötig einzugrenzen.

Fazit

Wenn du das Gefühl hast, dass deinem Kind nichts mehr hilft, ggf. noch nicht mal Cortison zufriedenstellend anschlägt, dann lass fachmännisch abklären, ob die Ernährung deines Kindes eine Rolle spielt. 

Ein Allergietest sollte dabei einer der ersten Schritte sein. Können die Beschwerden dadurch nicht erklärt werden, solltest du eine Ernährungstherapie in Erwägung ziehen.


Lasst es euch schmecken und alles Gute für dich und dein "Kratz-Kind"!


Deine Romy
nutrischlau Ernährungsberatung

14.05.2021